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To be continued ...

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atompilzWillkommen zum Weltuntergang.

Gestern hatte ich eine kleinere Diskussion mit meinem Bruder, Ergebnis: Frust pur. Absolut verständlicher Natur, wie ich zugeben muss. Ich hatte ihn gebeten doch ein wenig mehr auf seine Umwelt zu achten, zu seinem eigenen und seiner Kinder Wohl. Die alten Kamellen, also. Und wie eigentlich nicht anders zu erwarten, aber doch zum ersten Mal in dieser Art vernommen:

"Mir doch egal, ihr habt doch die Welt zu Grunde gerichtet. Also darf ich das auch! Warum sollen wir jetzt Euren Mist ausbaden?"


Ich kann mir nicht helfen, aber er ist absolut im Recht.
Es ist das alte Dilemma zwischen erwünschtem Erziehungsziel und vorgelebter Realität. Während wir uns im Dreck suhlen, uns heimisch einrichten und genüsslich dem Ende entgegen grunzen, erwarten wir gleichzeitig von unseren Nachkommen hinter uns aufzuräumen. Prima, ich geh auch gern auf die Toilette mit eingetrockneten Schleifspuren. Ich steh auf die WG-Küche deren Kochtopfböden unter bunten Krusten verschwinden, wenn ich Pasta kochen will. Der Griff in die leere Keksdose, mit den letzten Krümeln.
Diese Räume und ihre Ablagerungen erzählen Geschichten. Geschichten der Respektlosigkeit gegenüber uns selbst und unseren Mitmenschen. Geschichten der Apathie, der Gier, der Selbstaufgabe und Übermüdung im Angesicht des hinterlassenen Berges an Arbeit. Und Arbeit haben wir wahrlich genug hinterlassen:

Die ungebremste Zunahme der Überbevölkerung, bei gleichzeitigem Anstieg der Lebensmittelpreise und wachsendem Unterschied zwischen Arm und Reich, durch Korruption und Seilschaften. Die ersten Folgen können wir derzeit im arabischen Frühling verfolgen. Die Südeuropäer kommen auch immer mehr in Bedrängnis. Die Jugend findet keine Arbeit. Der Frust wächst an allen Fronten. Hinter diesen sozialen Problem sehe ich den wild um sich schlagenden Kapitalismus, dessen Gier weiterhin reale Wert vernichtet.
Dazu kommen aus der Gier produzierte Umweltprobleme:
Die Preise für geologische Rohstoffe wie Kupfer und Gold steigen ins Unermessliche. Der Verbrauch von Öl verschärft zusätzlich die Problematik der globalen Erwärmung. Natürliche Ressourcen wie Fisch- und Waldbestände, die eben diese Problem zumindest lindern könnten, sind bereits bis an die Belastungsgrenze ausgebeutet und werden trotzdem weiter "bewirtschaftet". Ist doch klar: Die Nachfrage bestimmt das Angebot, und wenn 7 Milliarden Menschen gerne Fisch essen, werden die verbliebenen Heringe eben entsprechend teuer. Am Ende geht dann der letzte Thunfisch für zwei Millionen über den Ladentisch. So regelt sich der Markt nicht selbst, sondern vernichtet nicht nur sich selbst, sondern uns alle.
Das gleiche passiert mit den Süßwasserreserven unseres Planten, bei gleichzeitig wachsenden Wüsten. Dieser Prozess wiederum verschärft die Situation mit weltweiten der Nahrungsversorgung.

Die ersten Vorboten von Versorgungskriegen ziehen bereits über die Kontinente. Der Krieg gegen den Irak, wurde letztlich wegen des Öls ausgetragen. Im Sudan haben sie sich noch vor ein paar Jahren um die gleiche Ressource geprügelt. In Nordafrika tobt der arabische Frühling nicht direkt um die Ressourcen, aber um deren Zugänglichkeit. In Europa geht die Schere zwischen Armen und Reichen immer weiter auf. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis sich frustrierte Jugendliche nicht mehr Camps in den Innenstädten und Chaostagen zufrieden geben, sondern anfangen sich zu organisieren um gezielter vorzugehen.

Und was hilft gegen diese scheinbare Übermacht an Problemen?
Das Wissen ist vorhanden. Es wird nur leider nicht angewendet weil es angeblich zu teuer ist. Statt ökologisches Wissen in die vorhanden Managementsysteme einzubauen und diese zu erweitern, verstaubt es in den Bibliotheken. Statt Meerwasserentsalzungsanlagen zu bauen, wachsen unsere Wüsten.
Wacht auf Leute und verlangt von den Ausbeutern dieses Planten den rechtmäßigen Preis für Ihren Reichtum. Im Übrigen liegt es im ureigensten Interesse der Reichen, dass auch die Mehrheit der Weltbevölkerung noch ein lebenswertes Dasein führen kann. Als Alternative bleibt nur noch Krieg, doch wer will den schon.

Bis dahin: Happy Armageddon.

 

Lesenswertes:
Artikel von Kenneth E. Boulding (1966): The economics of the coming Spaceship Earth

Last Updated on Sunday, 03 July 2011 11:30  

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