Naja, was soll's. Sonst kann ich mich nämlich eigentlich nicht beschweren. Ich habe einen super coolen Boss, nette Kollegen und naja, die Umgebung und das Tauchen sind eben einfach einsame Spitze. Die Korallen hier im Süden des Archipels, sind von den verheerenden Korallenbleichen 1998 und 2002 komplett verschont geblieben. Alles was man hier unter Wasser zu sehen bekommt, ist in richtig gutem Zustand. Ein paar Photos habe ich ja bereits rein gestellt, ihr findet sie in der Galerie.
Das einzige was hier so absolut gar nicht geht, sind leider die Gäste. Natürlich gibt es wie überall Ausnahmen, aber die meisten sind hoffnungslos in den engen Gedankenwelten der oberen Mittelschicht gefangen. Jeder Ausrissversuch wird mit Mitteln der Panikmache erbarmungslos niedergemacht: „Aber Kind, Du musst doch an Deine Zukunft denken und...“ Ja verdammt, das tut es doch gerade, Herr Doktor.
Silvester endete mit einem gewaltigen Schiss im Pissoir. Irgendjemandem hier muss es gewaltig gestunken haben. Das Bild das sich während der Erzählung dieses Ereignisses in meinem Kopf entsponn, ließ mich jedenfalls herzlich lachen. Ein Bild für die Götter: Ein armer völlig überforderter Partygast, sein Gesicht in Händen, nichts Böses wollend, der aber friedlich vor sich hinlallt und mit entblößtem Gesäß gegen das Pissoir lehnt und genüsslich drückt, bis ihm der Kopf rot anläuft – köstlich. Erwischt, denke ich mir, würde er nur mit einem Schulterzucken reagieren, sich die Hosen zuknöpfen und vielleicht grinsend an die Bar verschwinden.
Bei uns an der Tauchschule kehrt zunehmend Routine ein. Was es den ausführenden Führern und Tauchlehrern sehr erleichtert ihren eigentlichen Job zu tun, das Kümmern um die Gäste. Die Malediver sind ein ausnehmend faules Völkchen, was bei der ganzen Hitze aber durchaus verständlich ist. Viel schlimmer steht es um ihr Umweltbewusstsein, aber dazu mehr in den nächsten Tagen.





